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Während unseres Aufenthaltes im Mai 2003 waren wir auch zu Besuch bei El Galgo Senior, einer Auffangstation in den Bergen bei El Campello.

Jahresende 2003: Mit Rücksichtnahme auf die Aktiven vor Ort und um deren Arbeit nicht zu gefährden haben wir uns entschlossen im Mai 2003 den Bericht über EGS zwar ehrlich aber nicht drastisch zu schildern. Aber auch nach sieben Monaten hat sich die notwendige und von den Verantwortlichen vorausgesagte Veränderung nicht eingestellt, im Gegenteil weitere Tierschützer haben  das Projekt verlassen. Nachdem PiN selbst ‘Persona non grata’ ist und uns die Bilder nicht mehr aus dem Kopf gehen, wir kaum Möglichkeiten haben zu handeln, möchten wir zumindest nichts unversucht lassen und immer wieder auf die Situation aufmerksam machen.

Initiiert und geleitet wird diese Auffangstation von Pat Osborne, die seit einigen Jahren Galgos und ausgediente Rennhunde, Greyhounds bei sich aufnimmt. Zum grossen Teil haben diese Hunde haben einen langen Leidensweg hinter sich, sie stammen von Jägern, von der Rennbahn, teilweise wurden sie weiterverkauft von Irland nach Spanien, wurden ausgemustert, sie stammen auch von spanischen Tierschützern.

In den vergangenen Jahren wuchs die Zahl der Hunde bei EGS und die vielen Neuankömmlinge standen in keiner Relation mehr zu den Hunden, die adoptiert werden konnten, so dass die Zahl im Durchschnitt bei 150 bis 170 Hunden liegt. Es gibt zu wenig freiwillige Helfer oder ständige Hilfspersonen, die ein paar Tage oder Wochen oder gar Monate mit anfassen und dabei helfen, die Hunde zu versorgen, so geriet EGS schon mehrmals in die Kritik.

Natürlich kann ein einzelner Mensch nicht für so viele Hunde sorgen, sie füttern, die medizinische Versorgung und Sauberkeit gewährleisten, Tierarztbesuche wahrnehmen und für Organisation und Reisevorbereitung Zeit finden.

Ausgangspunkt für die Hilfe von Podenco in Not war 2002, dass ein uns bekannter Tierschützer uns auf die Situation aufmerksam machte und um unser Engagement bat. Daraus entstand eine Unterstützung in der Form, dass Podenco in Not Kastrationens- und Operationskosten übernahm. Spenden und Patenschaften halfen uns bei der Finanzierung von Tierarztkosten, Mittelmeerchecks, Impfungen und der dringend notwendigen medizinischen Versorgung. Die finanzielle Hilfe von PiN bestand fast ausschließlich im Übernehmen von Tierarztrechnungen. So wollten wir einerseits gewährleisten, dass die gelder dort ankommen wo sie ankommen sollten und vor allem war es uns wichtig eine medizinische Versorgung und Kastrationen, die dringend notwendig waren zu beginnen.

Es wurden vereinzelt auch Hunde vorgestellt die besondere Hilfe benötigten und denen wir dank Ihrer Spenden die10.000 L Wasser - für eine Woche therapeutische Hilfe zukommen lassen konnten.

Ebenfalls vereinzelt wurden Hunde zur Adoption vorgestellt, so konnten einige Galgos und Galgomischlinge ein neues  Zuhause finden. Zum Beispiel Buster, Limerick, Merchi, Yosi, und Monty.

Während unseres Besuches haben wir mehrfach versucht mit Pat Osborne über die Situation und eine mögliche Veränderung zu sprechen, leider erfolglos. Es bestand definitiv kein Interesse an einer Veränderung, die wir als dringend notwendig erachteten, denn es gab leider nicht nur die allgemein bekannten, idyllischen Bilder.

SiestaWir sahen etwa 200 Galgos und Greys, einige wenige andere Hunde. Beinah alle Tiere litten unter massiven Durchfällen, es gab zahlreiche Bißverletzungen, die  unbehandelt und infiziert waren. Viele der Hunde waren von Räude befallen, so gab es beispielsweise einen Bobtail, bei dem nur noch erahnt werden konnte, dass er einmal langes Fell hatte.... die Räude hatte sich in seine Haut gefressen, diese war hochrot, der Hund konnte kaum noch laufen.  Es gab bei allen Hunden (Endo- und Exo-) Parasiten, mit der entsprechenden Folgeerscheinung.

Es gab viele Hunde, die unterernährt waren, trächtige Hündinnen, der Großteil der Tiere unkastriert, Hündinnen und Rüden waren nicht getrennt.

Es gab Verletzungen in unterschiedlichen Schweregraden und sehr viele Wunden, die ohne medizinische Versorgung blieben. (Wir veröffentlichen hier nur einen kleinen Teil der Bilder und vor allem sind diese Bilder keine Dokumentation der tatsächlichen Verhältnisse.)

Wir haben versucht die zu diesem Zeitpunkt dort anwesenden Helfer, eine Gruppe belgischer und niederländischer Tierfreunde anzusprechen, aber auch von dieser Seite bestand kein Interesse an einer Kooperation.

Podenco in Not konnte die Haltungsbedingungen bei EGS in keinster Weise billigen und da es für uns weniger ein Resozialisierungsprojekt ist als ein Platz an dem die Tiere zusätzliches Leid erfahren, suchten wir nach anderen Lösungen.

Kontaktaufnahme zu anderen Tierschützern in Belgien, zu einer Schweizer Stiftung, deren Flyer auch beim Tierarzt in El Campello auslagen, zu Tierschützern in den Niederlanden, ebenso zu Tierschützern die sich vor Ort befanden und zum Tierarzt in El Campello. Leider stießen wir überall auf Unverständnis, zudem wurde von allen Angesprochenen versichert, dass sie sich in dem Projekt engagieren.

Die Situation vor Ort zeigte sich als absolut gegensätzlich zu der von Pat Osborne geschilderten. Eine weitere Unterstützung ohne grundlegende Veränderungen in der Auffangstation konnte von uns nicht verantwortet werden.

Die anwesende Tierschutzgruppe plante eine eigenständige Stiftung und Vertretung in Belgien und den Niederlanden, um El Galgo Senior ‘zu retten’.

Unser Bestreben war, dass vor Ort eine Veränderung eintreten sollte, damit dauerhaft eine Verbesserung für die Tiere erreicht werden konnte. Diese Veränderung sollte unter anderem auch beinhalten: Kastration aller Hunde, bis dahin Schutz der Welpen und Schutz der tragenden Hündinnen, Separierung von nicht kastrierten Hunden, Gewährleistung der therapeutischen Versorgung aller Hunde und ein 100%tiger Aufnahmestop.

Wir sind uns durchaus im Klaren darüber, dass die vielen Kritiker jetzt ein ‘aha’ Gefühl verspüren, dennoch war es uns wichtig, einen Versuch nicht ungenutzt zu lassen, eine Chance nicht mit Vorurteilen zu zerstören und uns nicht an Mutmaßungen zu beteiligen. Kritik ist sicher angebracht, aber weniger effektiv als gezielte Hilfe.

Unser Bestreben die Situation zu verändern verlief leider erfolglos. Die Situation hat sich nicht geändert, auch nicht durch vereinzelte Aktionen, die zwar sehr teuer, doch wenig hilfreich waren. Einige der Hunde wurden von eienr Tierschutzorganisation in die Schweiz verbracht, der Effekt war einerseits, dass Platz geschaffen wurde für neue Tiere, die nun leiden und die Schließung von EGS wurde verzögert.

Wir hätten uns ein Miteinander mehrerer Organisationen und Tierschützer vorgestellt, aber wie gesagt, Einzelaktionen verlängerten das Leiden unnötig. Jeder Tierfreund oder Verein, der finanzielle Mittel zur Verfügung stellt für diese sogenannte Auffangstation, sollte sich ein Bild vor Ort machen und er muss, wie wir auch, zu dem Schluss kommen, dass nur eine Schließung weiterhilft. Die vorübergehende Hilfe ist und war immer nur von kurzer Dauer.

Wir sprechen uns klar für eine Schließung von EGS aus, denn das ist die einzige Chance das dort - im Namen des Tierschutzes - keine Tiere mehr leiden.

Trotz Aufnahmeverbot waren auch im August 2004 wieder etwa 30 Welpen im Aussenbereich zu sehen, von den erwachsenen Hunden ganz zu schweigen, von den nicht zu sehenden Hunden auch.

EGS - Pressebericht La Razon vom 1. Februar 2004

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