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Kastration – Eingriff in die Natur oder Notwendigkeit ?

Die Kastration bei Hunden, die über Podenco in Not vermittelt werden entspricht in erster Linie dem Tierschutzgedanken, d.h. sie soll eine Fortpflanzung vermeiden.

Jeder, der einmal ein Tierheim besucht hat, der vielleicht auch mal in Südeuropa zu Gast war, wird verstehen, dass die Flut der Welpen und der ständige Nachwuchs das grösste Problem überhaupt sind. Die Lösung kann und soll nicht die Euthanasie eines unerwünschten Wurfes sein, so wie es ja leider gerade in Ländern wie Italien, Spanien, Polen, Rumänien an der Tagesordnung ist.  Die Lösung kann nur die rechtzeitige Kastration von Hündin und Rüde sein.

Sicherlich gibt es zahlreiche Pro und Kontra Argumente, die wir nicht alle wiedergeben und diskutieren können, aber einige seien genannt:

PRO

  • Vermeidung von Tumoren, vor allem Mammatumoren der Hündin
  • Eingeschränkter Jagdinstinkt
  • Unterbundene Aggression des Rüden
  • Rüde wird häuslicher

KONTRA

  • Eingriff in die Persönlichkeit
  • Wesensveränderung
  • Kastrierte Rüden werden von anderen belästigt
  • Kastrierte Hunde werden dick

Und und und...

Dass der Jagdinstinkt gemildert wird, können wir nicht bestätigen, ebenso einige andere Argumente nicht, aber wir denken, dass es unser oberstes Ziel sein sollte, unerwünschtes Leben, mit dem dann auch verantwortungslos umgegangen wird, zu verhindern.

Ein weiteres wichtiges Argument für die Kastration ist die Vermeidung von Mammatumoren bei der Hündin.

Es ist bekannt und erforscht, dass die rechtzeitige Kastration dieses Risiko um ein vielfaches reduziert. Allerdings empfiehlt sich die Kastration erst wenn der Hund ausgewachsen ist, d.h. nach der ersten Läufigkeit bei der Hündin und etwa mit einem oder anderthalb Jahren beim Rüden.

Die Kastration vor der Geschlechtsreife hat eine Verzögerung des Epiphysen  Fugenschlusses zur Folge, dieses wiederum ist für ein unübliches Wachstum verantwortlich, d.h.  das Röhrenknochenwachstum dauert an und die Tiere werden grösser als ein altersgerecht kastriertes Tier.

Mehr als die Hälfte aller Mammatumore der Hündin erweisen sich bei der histologischen Untersuchung als bösartig. Die Entwicklung ist oft rasant und das Wachstum kann sich  auf angrenzendes Gewebe ausweiten, es bilden sich Metastasen (Tochtergeschwülste), die Lymp- und Blutgefässe können beteiligt sein.

Angeraten wird in einem solchen Fall die betroffene Milchleiste vollständig entfernen zu lassen, meist mit einer gleichzeitig durchgeführten Kastration, die allerdings keinen Einfluss auf das neuerliche Entstehen weiterer Tumore auf der nicht operierten Seite hat.

Die rechtzeitige Kastration verhindert das Auftreten von Brusttumoren deutlich.
Das Risiko im Laufe des Lebens an einem Brusttumor zu erkranken beträgt für Hündinnen, die vor der ersten Läufigkeit
kastriert werden nur 0,05 %.
Erfolgt die Kastration erst nach der ersten Läufigkeit, so erhöht sich das Tumorrisiko bereits auf 8%, bei Kastration nach der zweiten Läufigkeit sogar auf 26%.

Ab dem vierten Lebensjahr steigt die Wahrscheinlichkeit von Mammatumoren.

Übrigens ist die Kastration von Schäferhunden,  tibetischen Do- Khyi oder Herdenschutzhunden vor allem beim Rüden durchaus üblich, weil sich die Rüden dann eher auf ihre Aufgabe und nicht auf die Damenwelt konzentrieren und sich intensiver an die Herde binden .

Kastration oder Sterilisation ?

Der Begriff Kastration kommt aus dem Lateinischen (castratus) und umschreibt die operative Entfernung der Keimdrüsen (Hoden, Eierstöcke).

Der Bergiff Sterilisation umschreibt die Unfruchtbarmachung durch das Unterbinden der Ausführungsgänge der Geschlechtsdrüsen.

Nebenwirkungen

In wenigen Fällen kann eine Nebenwirkung das sogenannte Harnträufeln sein, also eine Problematik des Schließmuskels, vorkommend allerdings eher bei älteren Kastraten. 

Das kastrierte Hunde dicker werden, kann man nicht pauschal bestätigen, aber es ist korrekt, dass kastrierte Tiere ihre Nahrung anders verbrennen und infolgedessen mehr Hunger haben, aber nun liegt es am Halter den Hund kontrolliert zu füttern und ein Gleichgewicht zwischen Bewegung und Ernährung beizubehalten.

Das kastrierte Rüden durch andere belästigt werden,  ist nicht ganz von der Hand zu weisen, das hat etwas mit dem veränderten Hormonhaushalt zu tun.

Ihre Entscheidung pro oder kontra Kastration sollten Sie verantwortungsbewusst überlegen – vor einer Adoption.

 

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