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Die Podenca ‚Lorna’ wurde uns vom Verein ‚Apram’ Teneriffa vorgestellt. Es hiess, Lorna sei eine sehr liebe, unkomplizierte und junge Podenca, die nun schon sehr lange warte und bisher keinen Interessenten hatte. Wir nahmen Lorna gerne auf die Homepage, stellten sie vor und hofften, dass sie bald ein gutes Zuhause finden würde. Aber – keine Anfrage.
So verging Woche um Woche und im Februar 2004 entschlossen wir uns dann Lorna aus dem Tierheim zu holen und zu Bekannten mit viel Podenco- und Galgoerfahrung zu geben.
Vor der geplanten Reise vergewisserten wir uns nochmals, dass alles vorbereitet wurde, also Impfung, Mikrochip, Kastration und Mittelmeertest.
Im Februar 2004 kam Lorna dann an und es gab eine grosse Überraschung. Lorna war nicht gechipt wie sich beim ersten Tierarztbesuch herausstellte, sie war auch keineswegs vier Jahre, wie beschrieben und was viel schlimmer war – sie hatte zwei massive Blutohren. So geschwollen, dass kein Gehörgang mehr zu sehen war. Die Ohren waren dick und heiss, standen im rechten Winkel ab.
Die Augen waren entzündet, der Impfpass sagte aus, dass Lorna neun Jahre sei und sie war insgesamt in einem schlechten Zustand, konnte nicht stehen, nicht gehen, stiess überall an und hatte offensichtlich Sehstörungen.
Die Rückfrage bei der Präsidentin von Apram ergab, ja, ein Blutohr war bekannt, aber da kann man ja doch nichts machen, also habe man das erst gar nicht erwähnt. Und das mit dem Alter, das sei vielleicht ein Missverständnis und der Pass sei nicht ganz korrekt ausgefüllt und mit den Koordinationsstörungen das könne nur die Mitarbeiterin wissen, die den Hund eingecheckt habe.
Später stellte sich dann heraus, dass diese dem Hund eine Schlaftablette gegeben hatte, die leider in der Folge zu massiven Gleichgewichts- und Sehstörungen führte. Das Podencos anders reagieren und dass man auf solche Präparate vor dem Flug besser verzichte, wusste sie nicht.
Augenentzündung ? Hatte sie hier nicht.
Und wörtlich ‚vielleicht muss man sie nur mal in den Arm nehmen und sie streicheln’ ...
...nun, das haben wir gemacht, aber leider bildeten sich weder die Blutohren daraufhin zurück noch wurde der angebliche Chip gefunden, auch die Koordinationsstörungen liessen erst Tage später nach.
Die Vorstellung beim Tierarzt ergab, dass Lorna zwischen neun und zehn Jahre alt ist, dass die Ohrprobleme schon sehr sehr lange bestehen müssten und dass die Ohren total verhärtet waren.
Nachdem wir nochmals die Präsidentin ansprachen räumte diese dann ein, dass sie das alles bedaure, aber ‚wenn die Leute nur perfekte Hunde haben wollen, dann sollte man den Leuten gar keine Hunde geben’.
Es folgte eine sehr intensive naturheilkundliche Therapie, mehrfache Tierarztbesuche, Impfungen, Mikrochip und Podenco in Not übernahm die Kosten. Nur aufgrund der grossen Hundeerfahrung und des Engagements der Pflegefamilie konnte Lorna überhaupt so optimal betreut und versorgt werden.
Apram hatte nicht mehr so viel Interesse, schwieg. Wir nahmen den Kontakt wieder und wieder auf, aber es kam nur ’ unsere Mail war defekt’ ‚entschuldigen Sie mein langes Schweigen, es war so viel los’.
Die erfreuliche Nachricht: Lornas Therapie schlug an, die Blutohren besserten sich, nach wenigen Wochen war wieder ein Gehörgang zu sehen, Lorna spürte deutlich eine Erleichterung und konnte wieder hören ! Wie lange der arme Hund schon mit diesen Problemen leben mussten, ahnen wir nicht, aber was wir wissen ist, dass die Hündin definitiv doppelt so alt ist wie geschildert wurde und dass sie auf beiden Augen einen Grauen Star hat, eine Alterserscheinung.
Lorna hat ein Zuhause gefunden und sie hat einen Lebensplatz, das ist das Wichtigste.
Aber ob das Tierschutz mit Verantwortung ist, wenn ein Hund völlig anders vorgestellt wird, als er tatsächlich ist und ob man dem Tier damit einen Gefallen tut, wagen wir zu bezweifeln.
Lorna hat sich sehr gut entwickelt und das ganz sicher wegen der intensiven Pflege und der grossen Liebe die sie erfahren darf. Sie ist eine ruhige Hündin, sozial und lieb, sie spielt auch immer wieder mal, aber sie braucht eindeutig ihre festen Ruhepausen, ihre Schlafphasen und eine intensive medizinische Betreuung.
Wir wünschen Lorna, die jetzt Lona heisst, dass sie noch viele Jahre bei den Menschen hat, die mit ihr durch dick und dünn gegangen sind.
Wir danken Lonas Zweibeiner ganz herzlich für alles, was sie für Lona getan haben und tun, ohne eine sehr grosse Portion Geduld und ohne deren Einsatz wäre alles anders gekommen.
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