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LARA – oder: ein modernes Märchen.
Lara ist Zuhause. Punkt.
Oder sollen wir doch die ganze Geschichte erzählen ?
Es war einmal eine ausgediente Perdiguero Hündin, sie hatte keinen Namen und auch nicht das, was man ‚Zuhause’ nennt. Sie hatte weder einen Menschen, der sich um sie sorgte noch einen Futternapf, der ihr gehörte, sie war einfach ausgedient und übrig.
So wurde sie also ausgesetzt, irrte viele viele Monate umher, suchte sich Futter und sicher auch Streicheleinheiten, denn sie ist eine Hündin, für die menschliche Zuwendung enorm wichtig ist und war.
Lara hatte ein unerschütterliches Vertrauen zu Menschen und heute, nach allem was wir von ihr wissen ist es noch unbegreiflicher, dass es weiterhin unerschütterlich ist.
Lara lebte also lange Zeit auf der Strasse, ernährte sich von Abfällen, vielleicht auch von dem was ihr ab und an Menschen gaben.
Eines Tages begannen andere Menschen sie zum Spass zu quälen. Sie wurde geschlagen und getreten, man warf Steine nach ihr und jemand fügte ihr Verbrennungen zu. Laras Wunden heilten und ihr wurden neue zugefügt. Laras Wunden heilten erneut und sie suchte wieder die menschliche Nähe.
Lara traf dann auf Menschen, die ihren Kiefer um einhundertachtzig Grad verdrehten.
Die Hündin war fast nicht mehr in der Lage zu fressen, zu schlucken, konnte die Zunge nicht mehr einsetzen und behalf sich, legte den Kopf schief, schob sich ihr Futter zurecht und verhungerte nicht.
Andere Hunde verletzten sie, bissen sie zusammen, sie war praktisch wehrlos und das alles geschah, wie wir sehr viel später erfuhren unter den Augen von Anwohnern. Erst als Laras Zunge beständig aus dem Mund heraushing und sie sich immer noch auf den Beinen hielt, benachrichtigte eine Anwohnerin den Tierschutz, die ebenso entsetzt war wie wir als wir die Geschichte erfuhren.
Lara kam in ein Tierheim und es stellte sich die Frage: welche Chance hat dieser Hund ?
Podenco in Not wollte und konnte helfen – dank IHRER Hilfe, dank der vielen Spenden von Mitgliedern, Paten und Homepagebesuchern. Lara wurde operiert und die Tierärztin war der Meinung: 1. hat die Hündin eine gute Chance, 2. würde die Tierärztin nicht einen ‚normalen’ Preis für die Behandlung und Operation verrechnen sondern sie wollte helfen.
Bei der weiteren Untersuchung stellte sich dann heraus, dass Laras Körper neben zahlreichen Narben auch alte Frakturen aufwies. Der hintere Körperteil war voller Schrotkugeln und das Gesäuge war in einem Zustand, der nur den Rückschluss zuliess: jede Trächtigkeit wurde sie gedeckt und musste Welpen zur Welt bringen.
Es ist und bleibt für uns unfassbar, was dieser Hund mitgemacht hat und es ist erschreckend zu sehen, welch brutale menschliche Gewalt ihr angetan wurde.
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Ragnar & Lara & Laila
das Dreamteam ! |
Nachdem Lara zunächst sehr tapfer schien, dann aber doch ihre Kräfte nachliessen kam es zu einer Tierkommunikation, in deren Verlauf sie eine Situation wie in einer Operation schilderte, was nicht sein konnte, denn sie wurde bereits Tage vorher operiert. Sie schilderte aber auch einige der Situationen, die sie erlebte.
Das Erstaunliche: am nächsten Morgen bestätigte die Tierheimleitung in Spanien, dass Lara am Abend zuvor (um exakt die Uhrzeit wie die Tierkommunikation stattfand) nochmals notoperiert worden sei, ausserdem ging man den Informationen von Lara nach und stellte fest: ja, genau das wurde von den Anwohnern bestätigt.
Einen Tag später berichtete die Tierärztin, dass sich Lara nicht nur verändert habe, sie sei regelrecht fröhlich geworden und: sie fresse selbstständig ! Und das, obwohl die Klammern aus dem Kiefern entfernt werden musste, nachdem das Körpergewebe nicht ausreichte um die Klammern und Nähte zu halten. Ein Teil des Unterkiefers musste aufgrund der zahlreichen Gewebeschäden und Entzündungen amputiert werden.
Und dann ging eigentlich alles ganz schnell... Lara machte Fortschritte und entwickelte sich von Tag zu Tag und es gab eine Anfrage für sie. Nein, eine Anfrage war es eigentlich nicht es war eine Feststellung: Lara gehört zu uns und sie soll kommen.
‘Zu uns’ – das ist ein Ehepaar welches den ersten Hund im Jahr 2004 von PiN adoptiert hat und nun mit Lara auch den letzten, der 2004 ein Zuhause fand.
Und so endet das Märchen wie alle Märchen enden – mit einem glücklichen Ende nur, dass es gar kein Märchen ist.
Lara ist zu Hause. PUNKT.
Sie kam in ihr ‚neues’ Haus und kannte sich bestens aus, wusste, wo sie liegt, wusste wo sie was findet und war einfach da.
Die beiden bereits vorhandenen Hunde fanden Laras Einzug auch ziemlich selbstverständlich und so hat für Lara ein neues Kapitel begonnen. Dass sie mit diesen menschlichen Begegnungen und diesen Erfahrungen nicht gehen sollte war klar, aber dass sie so schnell und überhaupt so ein Zuhause finden würde, haben wir nicht zu hoffen gewagt.
Lara liebt den Sessel, liebt das Sofa, ihre Spaziergänge, die Küche (vor allem die Arbeitsplatte), ihre Menschen und ihre Mithunde, ihre Katzen, sie frisst und sie wird sehr geliebt.
Lara lässt sich stundenlang streicheln, geniesst die Zuwendung sichtlich und sie hat absolutes Vertrauen zu ihren Menschen, mehr noch, sie geht auf jeden freundlich zu !
Bei uns bleibt Demut aber auch Dankbarkeit. Dankbarkeit den Menschen gegenüber, die Lara dort rausgeholt, gepflegt, betreut und die ihr geholfen haben und die ihr vom ersten Tag an Liebe und Vertrauen gaben.
Unser Dank geht an die Tierärztin, die sich so sehr für Lara einsetzte und natürlich an unsere Spender, an die vielen Tierfreunde, die Lara zu dieser zweiten Chance verhalfen.
Danke an Laras neue Menscheneltern, die spontan und trotzdem wohl überlegt für Lara da sind und die der Meinung sind: Sonnenschein, Lara ist unser Sonnenschein und unser Glück.
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