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Im Dezember 2002 erfahren wir von einer Podenca, die eingeschläfert werden soll, wir fragen nach und hören, dass sie Leishmania positiv sei und sehr sehr scheu, infolgedessen keine Chance habe in Spanien.

Passion, wie sie genannt wird hat andere Vorstellungen und nimmt Kontakt auf -

wir setzen uns massiv für diese Hündin ein, bitten darum, dass man sie nicht einschläfert, sagen die Kostenerstattung zu, alles was notwendig ist. Nach einigen Mails und Gesprächen erhalten wir die Zusage: ja, sie darf leben, wir werden alles nötige veranlassen.

Passion bekommt viel Unterstützung von Seiten der Podencofreunde, viele Homepagebesucher laden ihr Bild herunter, denken an sie, schicken ihr ihre positiven Gedanken, zittern mit und warten auf Neuigkeiten und spenden für sie und machen damit die Kostenübernahme erst möglich.

  • 25.02.03 Passion fasst Vertrauen zu einigen  Bezugspersonen, hellhaarig müssen sie sein   und weiblich
  • 18.05.03 Wir lernen anlässlich unseres Besuches in Spanien Passion persönlich kennen, eine ängstliche, panische Podenca, die aber grosses Vertrauen zu ihrer Pflegerin hat und sicher das Potential sich auf einem guten und erfahrenen Pflegeplatz zu entwickeln.
  • 24.09.03  die ersten Laborkontrollen sehen gut aus, das Proteinogramm verbessert sich – erste Anzeichen für eine Besserung der Leishmaniosis ?
  • das Unmögliche ist wahr geworden: Testergebnis negativ !!
  • 04.10.03  anlässlich eines Besuches in der Schweiz sprechen wir mit einer sehr windhunderfahrenen Familie, die spontan zusagen, Passion in Pflege zu nehmen. Hier würde sie optimale Bedingungen vorfinden: Erfahrung, Geduld, eigene Podencos und daneben auch die Möglichkeit des Rückzugs, denn es gibt ein klettersicher eingezäuntes Aussengelände. Wir freuen uns riesig und geben das Pflegeangebot in der Schweiz sofort weiter nach Spanien.
  • 06.10.03  Ja, Passion soll in die Schweiz zu Familie W. - Termin für den 11.10.03 geplant. Wir freuen uns und sagen weiterhin Kostenübernahme der Therapie zu. PiN wird gebeten doch Geld an die Pflegestelle zu schicken, damit sie für alles sorgen können. Das Tierheim schreibt: „wir müssen Passion noch schnell kastrieren lassen“. Wir geben zu bedenken, dass eine Kastration mit anschließendem Flug ein unnötiges Risiko sei, welches sich auch nachteilig auf das Immunsystem auswirkt, da der Stress erfahrungsgemäss zu einem Anstieg der Werte führt.
  • 07.10.03  Das Tierheim schreibt, man habe auch darüber nachgedacht, aber sich dennoch zu einer Kastration entschlossen. „Wenn Passion sich bei xxx nicht entwickelt und vielleicht in einigen Monaten vermittelt werden könnte - so denke ich, wird xxx sie behalten - oder wir werden sie einschläfern müssen. Passion hat bei uns KEINE Chance.“
  • 12.10.03 Wir fragen nach wie Passion den Flug und den Transport verkraftet hat und erfahren, dass sie gar nicht geflogen ist, weil: „Passion ist nicht geflogen, weil wir andere Hunde geschickt haben - die "bestellt" wurden - und da Passion eh "nur" an Pflegeplatz ging - und mir es auch recht war sie erst in ein/zwei Wochen zu schicken – hat sie warten müssen.“
  • 20.01.04 Proteinogramm sieht gut aus – Leishmania negativ
  • 28.02.04  Passion geht auf einen anderen Pflegeplatz auch in der Schweiz, zu einer ‚Kynopädagogin’.
  • 04.03.04  Vier Tage nach dem Flug fragen wir an, wie es Passion geht, das Tierheim fragt bei der Pflegestelle nach und erfährt, dass Passion nie im Zuhause ankam. Der Flug und die anschließende Autofahrt in die Schweiz war wohl doch mit grossem Stress für Passion verbunden und leider lässt die Dame den Hund kurz vor der Ankunft im neuen Pflegezuhause nochmals aus dem Auto – Passion läuft davon. Die Pflegestelle informiert das
    • Tierheim nicht und hofft, dass der Hund zurückfindet (obwohl sie das Zuhause nicht kennt). Passion kommt frisch aus Spanien in die zu diesem Zeitpunkt minus 10° Grad kalte Schweiz.
    • Die mediale Kontaktaufnahme zu Passion führt dazu, dass sie von ihrer Angst vor einem weiteren Hund im Auto berichtet, ein grosser, dunkler Hund, vor dem sie sich fürchtete und die erste Gelegenheit benutzte um zu entkommen. Die Tierkommunikation führen noch zu weiteren Details, letztlich ist aber nur entscheidend, dass Passion bereit ist sich einfangen zu lassen, bereit ist, zu bleiben wo sie ist, nicht weiter zu laufen und zu einer vereinbarten Stelle zu gehen und dort von einer Bezugsperson in Empfang genommen zu werden, wenn es ihr auch wichtig war mitzuteilen, dass sie definitiv dort nicht bleiben will.
    • Das Tierheim schickt eine Mitarbeiterin in die Schweiz und Passion lässt sich am 05.03.04 problemlos anleinen (an der vereinbarten Stelle).
    • Über eine unsere Bitte an das Tierheim,  einen anderen Pflegeplatz für Passion in Anspruch zu nehmen will man ‚nachdenken’.

24.03.04  Das Tierheim verschickt an viele Tierfreunde eine Geschichte, in der leider vergessen wird zu erwähnen, dass man den Hund einschläfern wollte, in der auch vergessen wird zu erwähnen, dass bereits zu einem viel früheren Zeitpunkt ein Pflegeplatzangebot bestand, vergessen wird auch Ihnen allen zu danken, PiN und seinen Mitgliedern und Spendern und Homepagebesuchern, die sich über ein Jahr für diese Hündin eingesetzt haben. Es wurden spezielle Präparate nach Spanien geschickt und Kosten übernommen für Therapie und Kastration womit wir nicht zuletzt auch finanziell einen kleinen Teil beitragen konnten.

Wir möchten dieses ‚vergessen’ nun gerne nachholen und sagen Ihnen allen Danke, im Namen von Passion.

Sie haben Passion über Monate begleitet, Anteil genommen, sie unterstützt und ihr Kraft gegeben, hoffen wir, dass sie ihr Glück noch finden darf.

  • Juni 2004  Leider stellt sich nun heraus, dass das glückliche Ende noch kein glückliches Ende war... denn wie hiess es so schön im Statement des spanischen Vereins:     „Das Wochenende verbrachte Petra mit Passion und ihrer neuen Familie und konnte uns bestaetigen, dass sich Passion in ihrer neuen Umgebung gut einleben wird. Die neue Mama von Passion war überglücklich.“
  • Im Juni werden wir darauf aufmerksam gemacht, dass Passion, übrigens unverändert mit einem Photo vom Januar 2004 bei einer Schweizer Tierschutzorganisation vorgestellt wird ‚Zuhause gesucht’. Erstaunt sind wir über Passions wunderbare Veränderung: sie ist ein Jahr jünger, wird als  ‚angenehmer Begleithund’ vorgestellt, der ‚alle Grundkommandos kennt’ und ‚gerne und gut arbeitet’
Ebenfalls im Juni findet sich eine Anzeige in der ‚Tierwelt’, einem Schweizer Tiermagazin. Wer den Text liest erwartet sicher einen unkomplizierten Hund mit Grundausbildung. Es ist weder die Rede von einem Panikhund noch davon, dass den Interessenten eine Podenca erwartet. Fraglich ist, welche Erwartungen der Leser einer solchen Anzeige hat.

Podenco in Not e.V. distanziert sich von dieser Vorgehensweise und bedauert, dass unsere Hilfsangebote ebenso wenig in Anspruch genommen wurden wie der bereits im Oktober 2003 angebotene Pflegeplatz.

 

Lorna_0204_202Die Podenca ‚Lorna’ wurde uns vom Verein ‚Apram’ Teneriffa vorgestellt. Es hiess, Lorna sei eine sehr liebe, unkomplizierte und junge Podenca, die nun schon sehr lange warte und bisher keinen Interessenten hatte. Wir nahmen Lorna gerne auf die Homepage, stellten sie vor und hofften, dass sie bald ein gutes Zuhause finden würde. Aber – keine Anfrage.

So verging Woche um Woche und im Februar 2004 entschlossen wir uns dann Lorna aus dem Tierheim zu holen und zu Bekannten mit viel Podenco- und Galgoerfahrung zu geben.

Vor der geplanten Reise vergewisserten wir uns nochmals, dass alles vorbereitet wurde, also Impfung, Mikrochip, Kastration und Mittelmeertest.

Im Februar 2004 kam Lorna dann an und es gab eine grosse Überraschung. Lorna war nicht gechipt wie sich beim ersten Tierarztbesuch herausstellte, sie war auch keineswegs vier Jahre, wie beschrieben und was viel schlimmer war – sie hatte zwei massive Blutohren. So geschwollen, dass kein Gehörgang mehr zu sehen war. Die Ohren waren dick und heiss, standen im rechten Winkel ab.

Die Augen waren entzündet, der Impfpass sagte aus, dass Lorna neun Jahre sei und sie war insgesamt in einem schlechten Zustand, konnte nicht stehen, nicht gehen, stiess überall an und hatte offensichtlich Sehstörungen.Lorna

Die Rückfrage bei der Präsidentin von Apram ergab,  ja, ein Blutohr war bekannt, aber da kann man ja doch nichts machen, also habe man das erst gar nicht erwähnt. Und das mit dem Alter, das sei vielleicht ein Missverständnis und der Pass sei nicht ganz korrekt ausgefüllt und mit den Koordinationsstörungen das könne nur die Mitarbeiterin wissen, die den Hund eingecheckt habe.

Später stellte sich dann heraus, dass diese dem Hund eine Schlaftablette gegeben hatte, die leider in der Folge zu massiven Gleichgewichts- und Sehstörungen führte. Das Podencos anders reagieren und dass man auf solche Präparate vor dem Flug besser verzichte, wusste sie nicht.

Augenentzündung ? Hatte sie hier nicht.

Und wörtlich ‚vielleicht muss man sie nur mal in den Arm nehmen und sie streicheln’ ...

...nun, das haben wir gemacht, aber leider bildeten sich weder die Blutohren daraufhin zurück noch wurde der angebliche Chip gefunden, auch die Koordinationsstörungen liessen erst Tage später nach.

Die Vorstellung beim Tierarzt ergab, dass Lorna zwischen neun und zehn Jahre alt ist, dass die Ohrprobleme schon sehr sehr lange bestehen müssten und dass die Ohren total verhärtet waren.

Juni 2004Nachdem wir nochmals die Präsidentin ansprachen räumte diese dann ein, dass sie das alles bedaure, aber ‚wenn die Leute nur perfekte Hunde haben wollen, dann sollte man den Leuten gar keine Hunde geben’.

Es folgte eine sehr intensive naturheilkundliche Therapie, mehrfache Tierarztbesuche, Impfungen, Mikrochip und Podenco in Not übernahm die Kosten. Nur aufgrund der grossen Hundeerfahrung und des Engagements der Pflegefamilie  konnte Lorna überhaupt so optimal betreut und versorgt werden.

Apram hatte nicht mehr so viel Interesse, schwieg. Wir nahmen den Kontakt wieder und wieder auf, aber es kam nur ’ unsere Mail war defekt’  ‚entschuldigen Sie mein langes Schweigen, es war so viel los’.

Die erfreuliche Nachricht: Lornas Therapie schlug an, die Blutohren besserten sich, nach wenigen Wochen war wieder ein Gehörgang zu sehen, Lorna spürte deutlich eine Erleichterung und konnte wieder hören ! Wie lange der arme Hund schon mit diesen Problemen leben mussten, ahnen wir nicht, aber was wir wissen ist, dass die Hündin definitiv doppelt so alt ist wie geschildert wurde und dass sie auf beiden Augen einen Grauen Star hat, eine Alterserscheinung.

Lorna hat ein Zuhause gefunden und sie hat einen Lebensplatz, das ist das Wichtigste.

Aber ob das Tierschutz mit Verantwortung ist, wenn ein Hund völlig anders vorgestellt wird, als er tatsächlich ist und ob man dem Tier damit einen Gefallen tut, wagen wir zu bezweifeln.

ZuhauseLorna hat sich sehr gut entwickelt und das ganz sicher wegen der intensiven Pflege und der grossen Liebe die sie erfahren darf. Sie ist eine ruhige Hündin, sozial und lieb, sie spielt auch immer wieder mal, aber sie braucht eindeutig ihre festen Ruhepausen, ihre Schlafphasen und eine intensive medizinische Betreuung.

Wir wünschen Lorna, die jetzt Lona heisst, dass sie noch viele Jahre bei den Menschen hat, die mit ihr durch dick und dünn gegangen sind.

Wir danken Lonas Zweibeiner ganz herzlich für alles, was sie für Lona getan haben und tun, ohne eine sehr grosse Portion Geduld und ohne deren Einsatz wäre alles anders gekommen.

 

 

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